Aktuelles Archiv


Auf dieser Seite finden Sie eine Übersicht über einige Termine der letzten Zeit, teilweise mit Zeitungsausschnitten und/oder einem Link auf weitere (eigene) Fotos dazu. Hierbei verwenden wir eine rückwärts chronologische Reihenfolge.

Bei den Informationen zu unserem Verein unter dem Hauptpunkt "Zum Verein" haben wir auch einige → historische Fotos zusammengestellt, die sich auf etwas weiter zurückliegende Ereignisse beziehen.

Bitte beachten Sie auch unser → Archiv bis zum Jahre 2020 mit Berichten zu Ereignissen aus der jüngeren Vergangenheit.


Verzeichnis der Berichte


März 2022 → Pyrolyse Workshop Frühjahr 2022
September 2021 → Bericht zur Jahreshauptversammlung 2020/21


Pyrolyse Workshop Frühjahr 2022
März 2022
Gezündelt?

Von den zahlreichen Pressemeldungen über die erhöhte Waldbrandgefahr sensibilisiert, wurden Anwohner am Vormittag des Josefitages durch zwei Brandherde in einem Garten in Denklingen aufgeschreckt. Die Feuer waren in einem Erdloch und in einer holzgefüllten Blechwanne ausgebrochen. Wegen der sehr geringen Rauchentwicklung und Ausbreitungsgefahr musste die Denklinger Feuerwehr jedoch nicht ausrücken.

Es stellte sich dann auch schnell heraus, dass die vermeintlichen Brandherde offizielle Feuerstellen im Rahmen eines Pyrolyse-Workshops darstellten und die vermeintliche Brandstifterin sich als die Leiterin des Workshops und Vorsitzende der örtlichen Garten- und Naturfreunde, Lucia Lehner, entpuppte und die versammelten Schaulustigen als an der Veranstaltung Teilnehmende.

Die Frage, wie denn Pyrolyse funktioniere, beantwortete die Kursleiterin folgendermaßen:

Man schichtet Holz aufeinander und zündet es nicht unten, sondern oben an. Wenn die oberste Schicht brennt, erhitzt sich bereits die nächste Schicht darunter und beginnt auszugasen, wobei das Gas nach oben aufsteigt, von der darüber liegenden Feuerfront ergriffen wird und sauber verbrennt, anstatt qualmend zu verrauchen. So verkohlt, pyrolysiert das Holz unter dem Schutz der Flamme, quasi unter Sauerstoffabschluss Schicht für Schicht nach unten.

Durch "Ablöschen der 600° bis 800° heißen Glut", indem man Wasser darüber schüttet, entsteht eine hoch aktive, noch porösere Kohle. Deren Temperatur wird abrupt so erniedrigt, dass man sie sofort mit den Händen berühren kann, wie die staunenden Anwesenden feststellen konnten. Diese Verpuffungsreaktion vertreibt dabei noch die letzten Teerprodukte aus der Kohle.

Mittels eines schweren Vorschlaghammers werden die Kohlebrocken anschließend zerbröselt. Das in der Wanne aufgefangene Ablöschwasser ist hochbasisch (bis uu PH-Wert 11) und kann verdünnt somit saure Böden neutralisieren, darf aber nicht (wichtiger Hinweis) bei Rhododendron angewendet werden.

Was kann man nun mit der so hergestellten hochporösen Aktivkohle machen?

Mit Nährstoffen, wie Urin, effektiven Mikroorganismen (EM), Sauerkrautsaft oder Pflanzenjauche getränkt ergibt sie einen wertvollen Dünger für unsere Gärten. Noch ein Vorteil: alle holzigen Gartenabfälle wie Zweige, Äste eignen sich bestens zur Verkohlung und sind somit idealer Grundstoff für die Herstellung der Kohle.

Das war aber längst nicht alles, was man bei diesem Workshop lernen konnte. Kursleiterin Lucia zeigte eine Methode, wie man getrocknete Küchenabfälle im Ofen verkohlen kann. Und auch der Bau eines Hügelbeetes oder die Erneuerung des Inhalts eines Hochbeetes zur Ertragssteigerung in Theorie und Praxis war Thema des Vormittags.

Und wie so oft kam das Beste zum Schluss. Die Leiterin machte eigenhändig in einer schmiedeeisernen Pfanne Kartoffelpuffer über der Feuerstelle. Diese gab es dann wahlweise mit Sauerkraut oder Apfelmus für alle Anwesenden. Und natürlich durfte, wer wollte, auch eine Portion der hergestellten Kohle mit nach Hause nehmen.


So wird das Holz geschichtet ...


... und angezündet


Alternativ: Holzstapel im Erdloch


In der Dose sind getrocknete Zitronen- und Orangenschalen und Lindenholzstücke, ...


... die mit verkohlt werden


Die Kohleglut wird gewässert ...


... und zerstampft


Als Belohnung gibt es Reiberdatschi und Sauerkraut, ...


... wahlweise auch mit Apfelmus


Lucia zeigt noch, wie man ein Hochbeet erneuert


Das Geheimnis liegt in der Pappe

Bericht zur Jahreshauptversammlung 2020/21
September 2021
Gerade noch rechtzeitig, bevor wieder schärfere Coronabestimmungen in Kraft treten, konnten die Garten- und Naturfreunde Denklingen in der Turnhalle ihre Jahreshauptversammlung für die Jahre 2020 und 2021 nachholen. Lucia Lehner, die rührige Vereinsvorsitzende, hatte zuvor noch ihren Paradiesgarten geschröpft und für eine ansprechende Dekoration Tische gesorgt. Im Tätigkeitsbericht konnten die Besucher noch einmal all die Aktivitäten des Jahres 2019 miterleben, deren Höhepunkt zweifellos der von Gisela Schweitzer perfekt organisierte Vereinsausflug zum Wildpark Poing und zum Flughafen München war. Bei einer XXL-Führung hatten die Teilnehmer dort einen ausführlichen Einblick in sonst für Flughafenbesucher unzugängliche Bereiche erhalten. Nicht in der Vereinsplanung enthalten war dagegen der Hagelsturm, der auf der vom Verein gepflegten Versuchsobstwiese an Pfingsten 2019 die ganze Obsternte vernichtet hatte. Im Jahr 2020 hatte es dann wegen Corona nur zu einer Exkursion mit Lucia Lehner in die Pflanzenwelt des Auwalds auf der Lechhalbinsel bei Forchau gereicht. Einen Ersatz für die ausgefallenen Aktivitäten hatte der Verein seinen Mitgliedern durch die regelmäßigen Kolumnen seiner Vorsitzenden im Mitteilungsblatt der Gemeinde geboten. Diese können in der ebenfalls 2020 geschaffenen Homepage des Vereins unter → www.gartenfreunde-denklingen.de nachgelesen werden.

Schatzmeister Hans Kaiser vermeldete in seinem Bericht für die Jahre 2019 und 2020 jeweils ein leichtes Einnahmenplus. Die Kassenprüfung hatte eine korrekt geführte Vereinskasse ergeben und somit konnte die Vereinsleitung für jedes der beiden Jahre entlastet werden. Für 25 Jahre Vereinstreue ehrte die stellvertretende Vorsitzende Roswitha Steinle die Mitglieder Sylvia Stahl und Martin Assner, sowie nachträglich Alois Sing.

Wie wichtig Wasser als Grundlage unseres Lebens für den Menschen ist, erfuhren die Anwesenden dann im Vortrag von Werner Pfaller aus Beilngries, der als ehemaliger Gesundheitstrainer bei der Polizei sich ausgiebig mit diesem Thema beschäftigt hat. Zwei Liter und mehr brauche der Körper Flüssigkeitszufuhr pro Tag. Er selbst schaue, dass er bis Mittag bereits 1,5 Liter getrunken habe. Ohne Wasser gebe es schließlich keinen Stoffwechsel in den Zellen und Flüssigkeitsmangel führe zu Leistungsabfall. Schon bei 1% weniger Wasser im Körper entstehe ein Durstgefühl. Es komme jedoch nicht nur auf die Trinkmenge an, sondern auch auf die Inhaltsstoffe der Getränke. Hoher Zuckergehalt und Kohlensäure seien schädlich, während Zink, Magnesium, Calcium und Sulfat und Hydrogencarbonat essentiell für den Körper seien. Der Referent stellte den Zuhörern auch nicht so bekannte Sachen vor, wie Granderwasser, Silberwasser, usw. Durch den Zusatz von Capsaicin entstehe aus Trinkwasser Cayennewasser. Das sei etwas scharf, wirke aber antibakteriell. Wer wollte, durfte es dann auch gleich mal probieren.

Über die Inhaltsstoffe des Denklinger Trinkwassers hatte er sich bereits im Vorfeld schlau gemacht und lobte es diesbezüglich als ausgezeichnet. Wie im Chemieunterricht fühlten sich die Anwesenden, als er schließlich mittels einer Lösung den Säure-Basen-Wert verschiedener Mineralwassersorten sowie von ganz normalem Trinkwasser testete, wobei auch hier das Trinkwasser recht gut abschnitt.

Lucia Lehner bedankte sich zum Schluss beim Referenten und wünschte allen Besuchern noch eine gute Obsternte.